Mexico Reisen :: Ein Euro pro Reise
17. Februar, 2007 von Moderator
Fair Travel - Nachhaltiger Tourismus als Chance
Nur ein Euro pro Gast ermöglicht ein besseres Leben in den ärmsten Staaten. Die Nonprofit-Organisation Fair Travel hat es sich zur Devise gemacht, die Welt, in der gereist wird, besser zu schützen.
Eines der ersten erfolgreichen Projekt-Beispiele ist der mexikanische Bundesstaat Michoacan. “Diese Region steht für unberührte Natur und lebendige Traditionen”, erklärt Fair Travel Gründer Jürgen Bluhm im pressetext-Interview. Doch das Land der taraskischen Indianer gehöre auch zu den ärmsten Winkeln Lateinamerikas. In den vergangenen 15 Jahren konnte die Landbevölkerung ihr Überleben in Michoacan alleine durch den Ausverkauf ihres Waldes aufschieben. “In diesem kurzen Zeitraum wurden 70 Prozent der gesamten Waldfläche vernichtet. Tiere und Pflanzen verloren ihren Lebensraum, auf dem sich nun zusehend Steppen und Wüsten ausbreiten”, beschreibt der Experte, der selbst elf Jahre in Mexiko und in Lateinamerika gelebt hat, die Situation. “Die Bodenerosion und die zunehmende Wassernot haben viele Menschen zur Flucht in die Elendsgürtel am Stadtrand von Mexiko-City gezwungen.”
“Die Initiative Fair Travel wurde ins Leben gerufen, um mit jedem Reisenden unkompliziert und transparent zum Schutz der Natur und zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen in den besuchten Regionen der Welt beizutragen”, so Bluhm. Der Schutzappell richte sich nicht nur an den Reisenden selbst, sondern auch in Richtung Veranstalter. “Dabei ist es egal ,ob es sich um einen Reiseveranstalter oder eine Fluggesellschaft handelt.” Gemeinsam mit Oliver John Krueck, der für die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit GTZ tätig war, hat Bluhm die Organisation ins Leben gerufen. 2006 präsentierte sich Fair Travel auf der ITB-Berlin. Zu den Partnern gehören inzwischen etablierte Veranstalter wie Studiosus, Zeitreisen, Windrose und ADAC-Mitgliederreisen.
Bei der ITB-Berlin 2007 wird über die aktuelle Arbeit der Organisation berichtet. Neben den Projektstarts in Indien, Mozambique und Peru stellt Fair Travel auch sein erfolgreiches Wiederaufforstungsprogramm in Mexiko vor: Fair Travel hat im Januar 2006 mit einem sozialen Aufforstungsprogramm begonnen. “Zwischen den Gemeinden Cocuchu und Urapichu wurden auf 1.000 Hektar 150.000 Bäume gepflanzt”, so Bluhm. “Auf unserem Aufforstungsgebiet lassen sich 1,5 Mio. Setzlinge pflanzen. In unserem ersten Jahr konnten wir die ersten 45.000 Bäume, gemäß der Formel je Besucher ein Baum, pflanzen.”
Das Ziel sei es, jedes Jahr 400.000 Bäume aufzuforsten. Dies entspricht den jährlichen Besucherzahlen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland. “Die Einnahmen aus der Wiederaufforstung und der Waldwirtschaft mindern die vorherrschende Armut und tragen zur Beseitigung von Mangel- und Unterernährung der Kinder bei.” Hierfür sei es ein erklärtes Ziel von Fair Travel, möglichst viele Reiseunternehmen als Partner zu gewinnen.
Nach der Definition des United Nations Development Program gibt es weltweit 160 Entwicklungsländer. “In der einen Hälfte dieser Staaten liegt das tägliche Einkommen bei einem, in der anderen bei zwei Dollar täglich.” Eine Vision der Nonprofit-Organisation sei es in zehn Jahren in zumindest jedem dieser Länder ein Entwicklungsprogramm zu starten. “Der Ein-Euro-Obolus tut wirklich keinem Weh, aber gerade in den Ländern kann ein solcher Beitrag im wahrsten Sinn des Wortes Berge versetzen”, so Bluhm abschließend im pressetext-Gespräch.
Der Gründer berichtet davon, dass die lokale Bevölkerung mit den Ergebnissen sehr zufrieden sei. Zudem werde damit die Hoffnung verbunden, dass in den kommenden Jahren weitere größere Gebiete aufgeforstet werden können: In der Zwischenzeit gibt es auch schon Aufforstungsprogramme in Peru und ein weiteres in Mozambique.(Quelle: pte/Fair Travel. 10.02.2007)
2 Kommentare zu “Mexico Reisen :: Ein Euro pro Reise”
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Find ich eine gute Idee. Ein Euro tut sicherlich niemandem weh und man sollte generell beim Kauf seiner Produkte darauf achten, dass diese nur so günstig sind weil irgendwo auf der Welt ein kleiner Bauer ausgebeutet wird nur damit wir unseren Lebensstandard halten können.
Wenn man auch mit ein Euro eine Reise in Deutschland machen könnte, finde ich super gut. Aber leider ist das nur ein Tagtraum.