Mexiko Frauen
12. März, 2007 von Moderator
Die Stellung der Frauen in der mexikanischen Gesellschaft
Durch das aztekische und spanische Erbe Mexikos haben es die Frauen in Mexiko an sich schon nicht leicht – man erwartet von ihnen, dass sie ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter perfekt nachkommen. In den siebziger Jahren, als die Mittelschicht von einer ökonomischen Dauerkrise geplagt wurde, kam auch die Notwendigkeit auf, dass die Frau zum Unterhalt der Familie beiträgt. Da sich die Situation bis heute nicht verbessert, sondern eher verschlechtert hat, tragen Mexikos Frauen neben der Belastung durch Haushalt und Kinder auch weiterhin einen Teil der finanziellen Last der Familie.
Viele Mexikanerinnen schwärmen daher von europäischen Männern, einerseits vielleicht auf Grund ihres exotischen Äußeren, aber auch insbesondere auf Grund ihres Rufes, treu zu sein und manchmal im Haushalt zu helfen.
Ironischerweise werden kleine Jungen in Mexiko wie Prinzen erzogen, weil die Frauen mit ihrem Mann unzufrieden sind. Mädchen werden schon früh angehalten, im Haushalt zu helfen, während man Jungen alles hinterherträgt – weshalb sie auch später wahrscheinlich unfähig sind sich ein Ei zu braten und Hausarbeit als „unter ihrer Würde“ betrachten und ihre Frau damit allein lassen. Allerdings zeigen mexikanische Männer wegen ihrer bevorzugten Behandlung eine unerschütterliche Mutterliebe.
Mit der Liebe zur eigenen Frau nimmt man es in Mexiko scheinbar weniger genau – viele Frauen werden schon direkt nach der Eheschließung, spätestens aber während der ersten Schwangerschaft betrogen. Mexikanische Männer sind in ihrer Selbstüberzeugung scheinbar genauso unerschütterlich wie in ihrer Mutterliebe und sehen nichts dabei, oft noch ein kleines „Abenteuer“ neben Frau oder Freundin zu haben. Ob man sich als Frau allerdings für so etwas hergeben will, muss da wohl jede selbst wissen.
Diese Missachtung durch ihre Männer ist sicher ein Grund, aus dem sich wieder eine neue Generation ihren Söhnen zuwendet – von diesen bekommen sie für ihre Hingabe zumindest Liebe. Der Sohn wiederum stilisiert seine Mutter zum Idol, an dem die zukünftigen Frauen sich die Zähne ausbeißen werden – so legen viele Frauen in Mexiko den Grundstein für das Scheitern der Beziehungen ihrer Söhne.
Mit der Gleichberechtigung ist es in Mexiko überhaupt nicht weit her, auch wenn man in den letzten Jahren wenigstens irgend einen positiven Trend beobachten kann. Mädchen, die von zu Hause ausziehen und alleine leben, werden nicht mehr ganz so misstrauisch beäugt und viele junge Frauen lassen sich schon einiges nicht mehr bieten, was ihre Mütter noch klaglos hingenommen haben.
4 Kommentare zu “Mexiko Frauen”
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Würde ich so gar nicht mehr sagen. Klar ist die stellung der Frau in Mexico noch immer traditioneller, doch gibt es auch dort Frauen die arbeiten, studieren und die man auch in Führungspositionen antrifft.
Das hört sich doch noch sehr nach einer traditionellen Rollenverteilung an. Das es bei südländischen Männern mit der Treue nicht so weit hergeholt ist dürfte den meisten eigentlich bekannt sein.
MfG
Ich hoffe es ist nur eine Frage der Zeit bis sich das Frauenbild auf der ganzen Welt ‘einpendelt’. Aber wahrscheinlich wird das noch eine ganze Weile dauern
Ich stimme “Marlene”´s Meinung zu. Das ist echt eine Frage der Zeit. Das ist nicht nur ein Problem in Mexiko, sondern auch ein sehr schwere Frage überall auf der ganzen Welt. Bei Jobsuchen gibt es leider immer noch Sexismus. Als eine Frau warte ich auch auf den Tag, dass Frauen so gleich berücksichtigt werden können wie Männer in der Gesellschaft.